Hochwasserschutzkonzept

Hochwassergefahren sind an der Rems in den beiden zurückliegenden Jahrzehnten wieder deutlich ins Bewusstsein der Menschen gedrungen. Das Hochwasser zwischen Lorch und Remshalden im Februar 1990 hat Schäden von gut 20 Mio. Mark verursacht.

Weitere Hochwasser seither – etwa im März 2002 – haben die Notwendigkeit des Hochwasserschutzes erneut in Erinnerung gerufen. Hochwasser ist im Remstal wie in den meisten Flusstälern keine neue Gefahr. Überflutungen gehören zum natürlichen Geschehen an einem Fluss.

Ausschnitt Remsverlauf

Schon in früheren Jahrhunderten kam es auch an der Rems zu beträchtlichen Schäden durch Wasserfluten, die die Rems und ihre Zuflüsse ausufern ließen.
In manchen Orten des Tales erinnern Hochwassermarken an Gebäuden daran,
wie hoch das Wasser gestiegen war.

Heute hat die Rems eine Länge von 78 km. Vor 300 Jahren war der Flusslauf
deutlich länger: in großen und kleinen Krümmungen und Bögen schlängelte er sich durch sein Tal, änderte seinen Lauf nach Uferabbrüchen und Anschwemmungen da und dort immer wieder einmal, besonders wenn er Hochwasser führte.

Verlauf der Rems

Da die Rems in ihrem Oberlauf – vor allem von Süden her – ein Karstgebiet
entwässert, ist der Wasserzulauf von dort in trockeneren Zeiten gering. Bei Regen nehmen die Böden der Höhen und der Talhänge verhältnismäßig wenig Wasser auf. Stärkere Regengüsse lassen darum den Fluss rasch anschwellen.

Die Rems wurde in den zurückliegenden Jahrhunderten immer vom Menschen genutzt und erfuhr darum erhebliche Eingriffe in ihren Lauf. Ein erster, über eine weite Strecke wirksamer Eingriff erfolgte im 18. Jahrhundert, als Württemberg etwa ab Lorch den Fluss zur Scheitholzflößerei nutzte – vor allem um das Residenzschloss Ludwigsburg mit Brennholz zu versorgen. So wurde manche Schlinge des Flusses durchstochen, damit sich dort die Scheiter nicht anstauten. Auch Uferbewuchs, der für das Weiterschwimmen der Scheite hinderlich war, wurde beseitigt. Damit das Holz aus dem Schwäbischen Wald über die Wieslauf und die Rems bis in die Nähe von Ludwigsburg treiben konnte, wurde der Ebnisee geschaffen, aus dem dann Schwallwasser entnommen werden konnte.